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Osteuropa will in den Billig-Markt - Interview mit Andreas Bierwirth (Germanwings)
20.02.2006
Die dba übernimmt die krisengeschüttelte LTU - mit dieser Allianz wird der deutsche Billigflug-Markt durcheinander gewirbelt. Erstmals stellt sich ein Billigflieger weltweit auf. Dennoch erwartet die Lufthansa-Tochter Germanwings keinen verschärften Preiskampf. Erst in den nächsten Jahren greift der CO2-Zuschlag, den die EU fordert. Die MOPO sprach darüber mit Germanwings-Geschäftsführer Andreas Bierwirth.
MOPO: Welche Auswirkungen wird es haben, wenn die Flugbranche in den Emissionshandel einbezogen wird?
Bierwirth: Für den Kunden bedeutet das eine Erhöhung der Ticketpreise. Eine europaweite Regelung wäre deutlich akzeptabler als eine nationale. Denn schon jetzt drängen Günstig-Airlines aus Osteuropa in unsere Märkte. Eine nationale Regelung würde eine Wettbewerbsverzerrung bedeuten. Grundsätzlich fördert gerade der Low Cost Verkehr das Wirtschaftswachstum. Preiserhöhungen sind dabei wenig zuträglich.
MOPO: Mindestens eine Millionen Passagiere wollen Sie 2006 von und nach Hamburg fliegen. Wie sind Sie im Januar gestartet?
Bierwirth: Der Anlauf in Hamburg seit Oktober liegt voll in unseren Erwartungen. Mittlerweile sind wir auch mit der Entwicklung Richtung Osteuropa - Warschau, Zagreb und Krakau - zufrieden.
MOPO: Immer mehr Anbieter drängen auf den Markt der Low-Cost-Carrier. Wieviel Wachstum ist da noch drin?
Bierwirth: Momentan hat der dezentrale Low-Cost-Verkehr, der nicht über die großen Flughäfen München und Frankfurt geht, etwa 35 Prozent erreicht. Auf den dezentralen Strecken kann der Low-Cost-Anteil in fünf Jahren 60 Prozent wachsen.
MOPO: Welche Trends sehen Sie bei den Billigfliegern in den kommenden zwei Jahren?
Bierwirth: Die Neugründungen sind jetzt vorbei. Unter den Deutschen wird es Zusammenschlüsse oder engere Kooperationen geben, vielleicht auch europaweit. Ich kann mir vorstellen, dass die ersten kleineren Low-Cost-Carrier aus dem Markt gehen.
MOPO: Mehr Qualität und Service oder noch günstigere Ticketpreise, worum wird es in naher Zukunft im Low-Cost-Segment gehen?
Bierwirth: Eher um die günstigeren Tickets. Die Kunden honorieren zwar kostenlosen Service, wollen aber ungern mehr zahlen.
Quelle: Hamburger Morgenpost |
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