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Warum Billigflüge so billig sind
16.12.2005
Mit dem Flieger für 19 Euro nach Madrid oder London - seit Billig-Airlines den europäischen Luftraum erobert haben, ist Fliegen fast preisgünstiger als Bahn oder Taxi fahren.
In den letzten zwei Jahren sind neue Billigflieger wie Pilze aus dem Boden geschossen. Für Experten scheint es nur eine Frage der Zeit, bis einige Unternehmen im harten Verdrängungswettbewerb den Betrieb wieder einstellen müssen. Doch mit Ausnahme von V Bird und Volare haben sich die Neulinge hartnäckig gehalten und ihr Streckennetz binnen kürzerster Zeit teilweise verdoppelt.
Für Verbraucher sind das paradiesische Verhältnisse, denn sie können fast flächendeckend von ganz Deutschland aus zu Supertarifen in europäische Metropolen und Feriengebiete jetten. Sogar für Langstrecken-Flüge können Urlauber künftig Billig-Tickets ergattern. Vorreiter auf diesem Gebiet ist die Condor, die neuerdings mit einer Preisoffensive ab 99 Euro pro Strecke zu Fernzielen wie Amerika oder Kuba auf Kundenfang geht. Wer eine Reise plant, sollte die Augen für solche Angebote offen halten - es lohnt sich!
Warum sie so billig sind
Service: An Bord fliegt weniger Personal mit. Getränke und Essen werden nur gegen Bezahlung serviert. Auch Magazine, Zeitungen etc. sind nicht im Flugpreis inbegriffen. Auf Kissen und Decken, die hohe Reinigungskosten verursachen, wird ebenfalls verzichtet. Vertrieb: Der Verkauf von Flügen erfolgt direkt übers Internet oder über das firmeneigene Call-Center. Das spart nicht nur Personalkosten, sondern auch hohe Reisebürokommissionen. Ticketing: Es werden keine Tickets ausgestellt. Die Buchung erfolgt durch Vergabe einer Buchungsnummer. Dadurch werden erhebliche Material- und Versandkosten gespart. Heimat- und Zielflughäfen: Die meisten Billig-Airlines sind in regionalen Flughäfen beheimatet und fliegen auch nur solche an. Gebühren für Start, Landung, Timeslots, Service und Unterhalt sind erheblich billiger. Jede Maschine bleibt außerdem nicht mehr als 30 Minuten am Boden und fliegt mit neuen Passagieren sofort die nächste Route. Dadurch werden Flughafengebühren gespart und eine optimale Auslastung erzielt. Außerdem sind die Maschinen durch die kurze Bodenzeit weniger anfällig für technische Defekte. Übernachtungs- und Verpflegungskosten für das Personal entfallen. Reinigungskräfte werden außerdem nur am Heimatflughafen eingesetzt. Flugzeuge: Sind enger bestuhlt. Außerdem wird nur ein Flugzeugtyp verwendet, damit nur eine Wartungs- und Sicherheitscrew beschäftigt werden muss. Lean Management: Keine großen Management-Apparate. Auch in allen anderen Bereichen wird versucht, mit wenig Personal auszukommen.
Auf was Sie achten sollten
So früh wie möglich buchen! Je näher der gewünschte Reisetermin liegt, desto höher sind in der Regel die Preise. Wer zu Hauptreisezeiten wie Wochenenden, Weihnachten und Ostern fliegt, muss auch bei einer Budget-Airline mit einem höheren Preisniveau rechnen. Die niedrigsten Tarife gibt es während der Woche.
Auf Schnäppchen-Angebote achten und sofort zuschlagen, da diese nur für eine begrenzte Anzahl von Sitzplätzen gelten. Das Landgericht Hannover hat in einer Klage vom Mai 2003 des Bundesverbands der Verbraucherzentralen gegen Hapag-Lloyd Express verfügt, dass die Airline jeden zehnten Platz zum beworbenen Preis verkaufen muss. Ähnliche Verfahren laufen derzeit gegen Air Berlin, Ryanair und dba.
Lockangebote genau unter die Lupe nehmen! Der beworbene Preis muss entweder der Gesamtpreis sein bzw. einen deutlichen Hinweis auf anfallende Steuern und Gebühren enthalten. Verschiedene Billig-Airlines wurden bereits wegen irreführender Werbung abgemahnt.
Rechtzeitig am Flughafen sein! Aus Kostengründen verbringen Budget-Flieger so wenig Zeit wie möglich am Boden. Rigoros wird 30 Minuten vor Abflug der Check-in-Counter geschlossen. Wer auch nur zwei Minuten zu spät kommt, hat Pech gehabt!
Genügend Zeit für den Weiterflug einplanen! Billig-Fluggesellschaften fliegen Passagiere von A nach B. Wer mit einem anderen Flieger weiter muss, auch wenn es die gleiche Airline ist, muss sein Gepäck abholen und neu aufgeben.
Kleingedrucktes aufmerksam lesen! Ryanair hatte in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen Angaben gemacht, die das Kölner Landgericht im Januar 2003 für unzulässig erklärt hat. Die Airline darf folgende verbraucherfeindliche Klauseln nicht mehr verwenden: dass Flugzeiten nicht garantiert sind, dass ohne Vorankündigung andere Fluggesellschaften und Flugzeuge eingesetzt bzw. Zwischenlandeorte ausgelassen oder geändert werden können sowie den Haftungsausschluss für das Erreichen von Anschlussflügen.
Quelle: FOCUS Online |
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